Transferprojekt Alpha.5 zeigt Gesicht

Transferprojekt Alpha.5 zeigt Gesicht

 „Ich brenne einfach für das Thema Alphabetisierung und Grundbildung“, berichtet die Teilnehmerin Lena S. auf die Frage, warum sie die Qualifizierung ProGrundbildung im Rahmen des Projektes „Alpha.5“ begonnen hat. Im Februar dieses Jahres endet der zweite Durchgang der Basisqualifizierung für Lehrkräfte im Bereich Alphabetisierung und Grundbildung, die in Zusammenarbeit mit der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie Berlin in vier Runden angeboten wird. Mit der Qualifizierung von 60 Lehrkräften trägt das Projekt dem Wunsch der Fachöffentlichkeit nach einer höheren Professionalisierung des Bereiches Rechnung.

Bereits im Februar 2016 startete das Projekt „Alpha.5“ des Zweigstellenverbundes Braunschweig in Kooperation mit der Paritätischen Akademie Berlin gGmbH. Seither verfolgt das Team das Ziel, die Erfahrungen in Alphabetisierungs- und Grundbildungsarbeit, die im Projekt „Ich kann …“ gewonnen wurden, in die Breite zu tragen. Neben regelmäßigen Sensibilisierungsworkshops sind die Qualifizierungen von Lehrkräften eine wichtige Säule des Projektes.

Wir wollten dem Transferprojekt „mehr Gesicht verleihen“ und haben unsere Teilnehmenden gefragt, was sie zu einer Teilnahme motiviert hat, welche Erfahrungen sie mitnehmen und was sie selbst als Herausforderungen in der Alphabetisierungs- und Grundbildungsarbeit sehen.

Die Motivation an der Qualifizierung teilzunehmen ist so vielfältig wie unsere Kursleiter*innen selbst. Einige arbeiten bereits als Quereinsteiger seit vielen Jahren mit der Zielgruppe, andere kommen aus der Arbeit mit Geflüchteten und Migranten. Eine unserer Teilnehmenden, Angelika P., hat die „Leichte Sprache“ erlernt und ist damit auf das Thema Analphabetismus aufmerksam geworden. Birgit L. arbeitet als pädagogische Mitarbeiterin in der Jugendstrafanstalt in Berlin und hat in ihrem beruflichen Alltag mit vielen Schreibungeübten zu tun. Lena S. hat viele Jahre lang Deutschkurse für Mütter gegeben und nach Methoden gesucht, wie sie Menschen beim Lernen unterstützen kann.

Methodisch-Didaktische Kenntnisse und Erfahrungen mitzunehmen, wie man als Lehrkraft individuell begleiten und fördern kann, ist für viele der Teilnehmenden ein wichtiges Ergebnis der Qualifizierung. Angelika P. benennt eine Erkenntnis, die für einige als „Aha-Effekt“ gilt: „Die (für das Lernen) nötige Kleinschrittigkeit ist neu für mich. Und ich weiß inzwischen, dass der Atem sehr viel länger sein muss.“  Bewusst ist unseren Kursleiter*innen auch durch das intensive Auseinandersetzen mit dem Thema, wer trotz aller Schwierigkeiten mit Lesen und Schreiben zurechtkommt, bringt viele andere Kompetenzen für das Leben und den Alltag mit. Als größte Herausforderung empfinden die Lehrkräfte, die Betroffenen nachhaltig fürs Lernen zu begeistern. Achtung haben sie u.a. aber auch davor, sich kontinuierlich bewusst zu machen, welche zielgruppengerechte Unterrichtsweise nötig ist.

Trotz des Respektes vor den Herausforderungen ist die Freude am Umsetzen und Einbringen der gewonnenen Kenntnisse unter den Lehrkräften spürbar. Angelika P. bringt es für viele auf den Punkt: „Ich freu mich auf die Praxis!“.

In diesem Sinne freuen wir uns schon auf das Feedback unserer Lehrkräfte aus der Praxis und sind weiterhin gespannt auf die Anregungen auch für unsere Arbeit.

Aktuelles zum Projekt erfahren Sie unter:

 https://de-de.facebook.com/ProjektAlpha.5/